«Auch, wenn uns in den zurückliegenden Wahlkampf-Monaten das Lachen oft im Halse steckenblieb», führte Martina Wiemer den Kabarettisten Tom Kaminsky vor rund 45 Gästen des Satire-Abends in den Räumlichkeiten des Guckloch-Kinos humorvoll ein, sei Kaminsky (der im «richtigen Leben» Thomas Busch heißt), in der (Thorsten) «Frei-Stadt» Donaueschingen doch herzlich willkommen.
Kaminsky schlug mit seinem aktuellen Programm «Alternativen für Dummheit» gleich voll ins Kontor, und beschränkte sich dankenswerter Weise nicht lediglich auf die AfD. Schliesslich werde die Donaustadt angesichts des Karrieresprungs von Wahlsieger Thorsten Frei, der in Berlin wohl Kanzleramtsminister werden dürfte, demnächst wohl zu einer Art Außenstelle desselben werden. Über das eigene Programm sagt Kaminsky, daß da «wohl noch ein paar Schwächen» drin seien.
Im Jargon des politischen Gegners
Die werde man aber – getreu dem neuen Jargon und in Anspielung auf den baldigen Regierungs-Chef Friedrich Merz – wohl noch «aus-Merzen».
Besucher des Abends, die er den in rechten Kreisen als «linksversifftes Establishment» bezeichneten Kreisen zuordnet, fanden zahlreiche Wortschöpfungen in den Refrains des politischen Klavierkabaretts gegen Rechtsextremisums wieder, die ihnen bereits im Wahlkampf buchstäblich zum Hals heraushingen.


Hier führten sie - ein wenig burlesk - zu Applaus, Kopfnicken und ausgiebigen Lachern.
Er möchte «doch wirklich mal wissen, wer hat der AfD ins Hirn gesch…» intonierte der 1977 in Berlin geborene und seit 2020 als Professor für Musikpädagogik an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen lehrende Bühnenspezialist vor den Zuhörerreihen. Ergänzt von Zoten wie «Leute, ich muß mal ehrlich sagen, die Dummheit ist kaum zu ertragen».

Regietechnik im Guckloch-Kino
Dem Wähler ins Brevier geschrieben: «Hast Du der AfD Dein Kreuz gegeben, wirst Du Dein blaues Wunder erleben». Früher sei er auch gern selbst mal «blau» gewesen, gesteht Kaminsky. Aber das habe ihm die blaue Partei nun gründlich versaut.