M.Caraggiu, Chr. Treublut
23 Stimmberechtigte zählte die Konferenz zur Nominierung der Kandidaten für den Wahlkreis 55 Tuttlingen / Schwarzwald-Baar im Donaueschinger «Ochsen». Wenig überraschend: Christine Treublut wurde zur Spitzenkadidatin bestimmt, Mario Caraggiu rangiert als Zweitbewerber.
Christine Treublut hatte 2021 zu angesichts der damaligen Corona-Epidemie deutlich schwierigeren Zeiten schon einmal für die Sozialdemokratie im baden-württembergischen Landtag kandidiert und damals nur wenige Prozent geholt. Das soll jetzt anders werden.
Die 57jährige Lehrerin, gebürtig aus Meppen, und heute Kreisvorsitzende in Tuttlingen, vermißt bislang eine deutliche Handschrift der SPD im Stuttgarter Landtag. Sie will sich für die Bildungspolitik einsetzen, zumal – wie es ein Teilnehmer der Nominierungs-Versammlung formuliert – bislang auch im «Schwabenländle» immer noch die Herkunft weitgehend darüber entscheidet, ob Sohn oder Tochter beispielsweise studieren können oder in der Lage sind, Karriere zu machen.
Auch die Energiepolitik komme gegenwärtig auf Landesebene zu kurz. Dabei sei Baden-Württemberg doch der Technikstandort in Deutschland schlechthin. Gegen Cem Özdemir, den die Grünen an ihrer Spitze ins Rennen schicken werden, hofft Christine Treublut, ein paar Stimmen für die SPD zu holen, nachdem Winfried Kretschmann nicht mehr antritt.


Aus den Reihen der Zuhörenden kommt die Bitte, diesmal «etwas offensiver» anzutreten.
Zweitkandidat Mario Caraggiu hat bereits eine wechselhafte Karriere hinter sich. Der 33jährige aus Mühlheim ist erst seit einem Jahr Mitglied bei der SPD, und seit März stellvertretender Kreisvorsitzender der Sozialdemokraten in Tuttlingen. Der IT- und Digitalisierungs-Fachmann, Vater einer zwölfjährigen Tochter, war für die «Partei der Humanisten» (PdH) in 2021 schon mal Direktkandidat zur Bundestagswahl für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen, Listenkandidat für die Europawahl 2024 und kandidierte 2024 bei der Gemeinderatswahl in Mühlheim auf der Liste «SPD & Unabhängige». Aufgrund der grossen Nähe, die ihn bereits in Richtung SPD geführt hatte, tritt er nun bei den Landtagswahlen als Ersatzbewerber für Christine Treublut an. Auf Nachfrage von Derya Türk-Nachbaur führt er als eines seiner Schwerpunkt-Themen die Digitalisierung und entsprechende Ausrüstung in den Schulen, wie auch als «Mobility Consultant» und Teamleiter in einem Tuttlinger Beratungsunternehmen Mobilitätsfragen ins Feld.

Mögliche Stoßrichtung für den Wahlkampf mit Christine Treublut und Mario Caraggiu: Beispielsweise die Verbesserung der Gäubahn über die bekannt mangelhafte Anbindung an den Großraum Stuttgart.